Sarleinsbach

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Zwei Kriege, fünf Währungen und ein langes erfülltes Leben einer Altbäuerin

04.11.2011

Aloisia Lindorfer erlebte nahezu das ganze 20. Jahrhundert. Sie kannte fünf Währungen und war stets für ihre Mitmenschen da.


Aloisia Lindorfer verstarb im 104. Lebensjahr

"Als Gott sah, dass der Weg zu lang, der Hügel zu steil und das Atmen zu schwer wurde, legte er den Arm um mich und sprach: Komm heim." Das steht auf dem Sterbebild von Aloisia Lindorfer, die mit 103 Jahren auf ein erfülltes Leben zurückblicken konnte. Die Sarleinsbacherin war die erste Gemeindebürgerin, die den 100. Geburtstag feiern konnte. "Sogar der Landeshauptmann Ratzenböck ist gekommen, um zu gratulieren", war die bescheidene Altbäuerin stolz auf so hohen Besuch. Die tüchtige Bäuerin konnte auf ein abwechslungsreiches Leben zurückblicken. Sie kannte noch die Zeit der Kaiser Franz Joseph und Karl. Es folgten zwei Weltkriege. Der Euro war die fünfte Währung in ihrem Leben.

 

In der Pfarrbücherei war Aloisia Lindorfer Stammgast; Liebesromane zählten zu ihrer bevorzugten Lektüre. Trotz ihres gesegneten Alters erfreute sie sich einer beispielhaften geistigen Frische, auch dank der Betreuung in der eigenen Familie.

 

Aloisia Lindorfer brachte sieben Kinder zur Welt. Zwei davon musste sie nach einer schweren Diphtherie schon im Kindesalter zu Grabe tragen. Zur 100er-Feier kamen ihre fünf Kinder mit 16 Enkeln und 27 Urenkeln.

 

Aloisia Lindorfer verbrachte viel Zeit mit der Handarbeit. Häkeln, Stricken, Deckennähen und vieles mehr war ein großes Hobby von ihr. Die Handarbeiten stellte sie für die Missionssammlungen zur Verfügung. Das Handwerken lernte sie in der Fachschule Bergheim. Dort war sie im ersten Jahrgang Schülerin.

 

Quelle: OÖ Nachrichten